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Der Menschenfeind von Moliere

Falsche Anteilnahme, geheuchelte Gefhle, gelogenes Lob - der Menschenfeind Alceste hasst die Umgangsformen der vermeintlich Schnen und Reichen. Andererseits ist er selber ein Teil dieser Gesellschaft und regelmssiger Partygast. Doch sagt er bei diesen Gelegenheiten allen die ungeschminkte Wahrheit ins Gesicht. "Ach ihr benehmt euch wie die Menschfresser. Wenn einer nicht dabei ist wird das Messer gewetzt und dann ist hinter seinem Rcken der Teufel los. Doch lsst der Mann sich blicken, ja dann ist keine Rede mehr davon." Er hlt es fast nicht aus, dass seine Freundin Celimene die Heucheleien und das Kokettieren mitmacht. Und als diese in einem Club eine Party gibt, luft die Geschichte aus dem Ruder. Geschickt spielt Celimene ihre Verehrer gegeneinander aus. Flirtet mit jedem, der ihr ntzlich sein kann und hlt ihre Konkurrentinnen auf Distanz, indem sie Lgen ber sie verbreitet. Bis ihr ein fataler Fehler unterluft.
Mit viel Witz und Ironie wirft Moliere in seiner Komdie einen Blick auf den Zustand der damaligen Gesellschaft. Und wenn man genau hinsieht, hat sich daran bis heute nichts gendert. Die Welt ist moderner geworden, die Schaupltze, die Musik und die Mode haben sich gendert, aber eines ist geblieben: Es wird nach wie vor zum eigenen Vorteil gelogen.
Was den Englndern Shakespeare, ist den Franzosen Moliere. Ein grossartiger Komdienschreiber seiner Zeit, der philosophisch zeitlose Fragen stellte und sie geschickt in Komdien verpackte. Das Publikum will keinen Spiegel vorgehalten bekommen, sondern unterhalten sein. Und was eignet sich hierzu besser als die Komdie?
Das Theater Weissglut bringt diese grosse Komdie in einer gewohnt modernen Inszenierung auf die Grnfelsbhne.