Unsere kühnsten Träume von Alan Ayckbourn

Ich habe über uns vier nachgedacht – wie wir heute dieses Spiel gespielt haben. Je-der hat so getan, als wäre er jemand, der er gar nicht ist. Und auch gar nicht sein kann, keiner von uns. Nicht mal in unseren kühnsten Träumen... Einmal pro Woche treffen sich Hazel, Stanley, Warren und Rick zu einem Gesellschaftsspiel. Eine Art Herr der Ringe fürs Wohnzimmer. Zwei Stunden pro Woche entfliehen die vier der Realität. Alles, was ihnen im realen Leben versagt bleibt, projizieren sie in dieses Spiel. Sie wandeln in ihren Traumrollen durch eine mystische Welt, schlagen Schlachten und jagen Dämonen, bis jeweils Hazels Bruder Austen auftaucht und dem Treiben ein abruptes Ende bereitet. Dann wird aus dem weisen Führer Olrik wieder der angepasste, biedere Stanley und Idonia, die bildhübsche junge Zauberin des Spiels, findet sich wieder im schrumpligen Körper der Hazel. Rick kriecht in ihr Kellerloch zurück, in das sie vor ihrem gewalttätigen Stiefvater geflohen ist und War-ren, der Erfinder des Spiels, wird wieder zum Ausserirdischen, der er in Realität zu sein glaubt. Dann ist das Leben, wie es immer ist: abgestanden, schal und immer gleich. Bis eines donnerstags die unbekümmerte Marcie auftaucht. Plötzlich merken alle, wie das Leben auch noch sein kann: jung, schön und attraktiv. In der Folge überstürzen sich die Ereignisse. Die kühnsten Träume scheinen wahr zu werden...