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Die Zwölf Geschworenen von Reginald Rose / Horst Budjuhn


Eigentlich ist es ein Kriminalfall, wie er spannender kaum sein könnte. Doch dieses Stück ist mehr als nur ein Kriminalfall. Es stellt die Frage nach dem Wesen der Gerechtigkeit im Kontext zum Demokratiegedanken. Was ist Gerechtigkeit, was war sie, wie sollte sie sein und ‐ wie könnte sie auch sein? Gibt es sie überhaupt, die erhabene Gerechtigkeit, die unbarmherzig aber gerecht straft? Verfallen wir nicht manchmal dem Gedanken, Recht sprechen sei gleichbedeutend mit: Gleiches mit Gleichem vergelten. Wie oft fordern wir die Todesstrafe um Genugtuung für Verbrechen zu erfahren. Hängt dieser Art der Genugtuung nicht Rache an? Kann Gerechtigkeit nicht auch Verzeihen und Vergeben heissen? Sind wir uns bewusst, dass unsere Art Recht walten zu lassen zuweilen auch unschuldige Opfer fordert? Opfer von Justizirrtümern beispielsweise. Darf die Gerechtigkeit solche Opfer fordern? Das Stück wirft Fragen auf. Die Antworten muss sich jeder selber geben.