Still Life von Alexander Dinelaris

Mit Alexander Dinelaris hat sich das Theater Weissglut für die Produktion 2014 ein ungewöhnliches Stück vorgenommen. Es entspricht in seinem linearen Aufbau und der Abfolge kurzer Szenen eher einem Drehbuch.
Nicht zufällig erinnern die kurzen Szenen an Schnappschüsse. Das Stück erzählt die Geschichte von Carrie Ann einer berühmten Fotografin. Seit dem Tod ihres Vaters vor drei Monaten hat die erfolgreiche Fotografin keine Kamera mehr angerührt. Sie verheimlicht den Verlust selbst ihrer besten Freundin Joanna, die ein enges Verhältnis zu Carrie Ann’s Vater pflegte. Auf einer Ausstellung fühlt sich Jeff, ein erfolgreicher Trendanalyst, von Carrie Ann’s letzten Fotos unerwartet berührt. Terry sein Geschäftspartner, der sich über Sex, schnelles Geld und beruflichen Erfolg definiert, verspricht ihm eine Vernissage mit Champagner und heissen Hühnern in Cocktailkleidern, die, wenn sie ein paar Gläser intus haben, leicht zu haben sind. Stattdessen trifft er auf die Fotografin. Er spricht sie an, und die beiden fühlen sich sofort voneinander angezogen. Aber ihre Romanze wird überschattet von einem herzzerreissenden Geheimnis...

Alexander Dinelaris hat sich die grossen Themen vorgenommen: Liebe, Freundschaft, Trauer, Tod, Vergänglichkeit – und Würde, die dieser haltlosen Generation zu fehlen scheint. Ein Schuss Romeo und Julia, Witz, schnelle Szenenwechsel, unterschiedliche Schauplätze und eine moderne Sprache sind die Zutaten des Stücks. Kino für die Bühne sozusagen.